Berlevåg  – Kirkenes  – Vardø  – Berlevåg
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Berlevåg – Kirkenes – Vardø – Berlevåg

📅 25. November 2024

Um kurz vor 00:00 Uhr wurden wir nochmal geweckt. Diesmal bewunderten wir die Nordlichter aus unserer Kabine. Es ist und bleibt faszinierend.

Wir kamen mit 45 Minuten Verspätung um 09:45 Uhr an unserem Wendepunkt in Kirkenes an.

Kirkenes hat etwa 3.500 Einwohner, Fischfang und Dienstleistungen sind die wichtigsten Wirtschaftszweige. Die Stadt wuchs nach dem Start des Bergbaus in 1906 heran. Während des Zweiten Weltkrieges wurde Kirkenes über 320 mal bombardiert und nur 13 Häuser standen noch bei der Befreiung in 1944. Die Stadt wurde rasch wieder aufgebaut. Die Erzmine wurden 1996 stillgelegt, aber 2010 nochmal für 5 Jahre aktiviert. Kirkenes liegt nur 10km von der russischen Grenze entfernt. Das Auf und Ab in den Beziehungen zwischen Ost und West wirkt sich immer sehr direkt auf das Wirtschaftsleben in Kirkenes aus. Heute ist Kirkenes ein wichtiger Knotenpunkt in der Barentsregion und im Norden.

Kirkenes ist nicht gerade der schönste Ort, aber auch hier ist alles weihnachtlich dekoriert.

Während dem Mittagessen um 13:30 Uhr ging es wieder los Richtung Süden. Die Hälfte der Strecke liegt nun (leider) schon hinter uns. Wir genießen wirklich jede Sekunde dieser speziellen Reise.

Durch den Bøkfjord ging es nach Vardø. Der Bøkfjord ist der seeseitige Zugang zu Kirkenes. Geologisch ist die Region wohl der mit Abstand älteste Teil Europas. Der Fund eines fast 3,7 Milliarden Jahre alten Kristalles hat das geschätzte Alter des Kontinentes um 200 Millionen Jahre erhöht. Im Zweiten Weltkrieg errichteten deutsche Besatzungstruppen wegen der strategisch wichtige Lage der Stadt und des geschützten Fjordes zahlreiche militärische Anlagen an den Fjordufern und im Hinterland. Viele Ruinen sind heute noch vorhanden.

Vardø liegt auf einer Insel und ist durch einen Tunnel (der erste Unterwassertunnel Norwegens) unter dem Sund mit dem Festland verbunden. Im kalten Krieg spielte die Radarstation oberhalb der Stadt eine wichtige Rolle im Frühwarnsystem der Nato – und auch heute wird die weiterhin aktive Radarstation wieder zunehmend militärisch genutzt.

Man glaubt immer Norwegen ist ein langes Land, aber es ist auch „breit“. Der westlichste Ort von Norwegen liegt auf der Höhe von Marseille und der östlichste Ort auf Höhe von Kairo.

Ansonsten waren wir heute recht faul und haben ein bisschen Karten gespielt und uns um 17:00 Uhr den täglichen Vortrag angehört. Der ist wirklich immer sehr interessant!

Vor dem Abendessen kam die Durchsage „leichte Polarlichtaktivität“. Trotzdem haben wir uns angezogen und gehofft dieses Spektakel noch einmal sehen zu können.

Nach dem Abendessen wollten wir ins Bett. Aber Nordlichter kamen dazwischen, also nichts wie anziehen und raus… Wer weiß wann man so etwas Spektakuläres je wieder sieht.