Havøysund  – Hammerfest  – Øksfjord  – Skjervøy  – Tromsø
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Havøysund – Hammerfest – Øksfjord – Skjervøy – Tromsø

📅 26. November 2024

Die Anleger Mehamn, Kjøllefjord und Honningsvåg haben wir verschlafen. Wir haben trotz einiger Schaukelei richtig gut geschlafen, aber da wir gegen den Wind und die Wellen fahren mussten, haben wir in Summe ca. eine Stunde Verspätung.

Beim Anleger Havøysund waren wir gerade beim Frühstück. Der kleine Ort mit 1.200 Einwohnern ist durch eine 85 km lange Straße an das norwegische Straßennetz angebunden. Fischfang ist der Haupterwerbszweig. Auf der Anhöhe hinter der Siedlung entstand ab 2002 der nördlichste Windpark der Welt. Auf vorgelagerten Inseln liegen noch kleine Siedlungen sowie der Leuchtturm Fruholmen Fyr, der nördlichste Leuchtturm der Welt.

Kurz vor Hammerfest liegt die Insel Melkøya. Melkøya ist eine hochmoderne Erdgas-Komprimierungsanlage (seit 2007), um das in der Barentssee geförderte Erdgas für den Transport mit Tankschiffen aufzubereiten. Jeden 5. Tag kommt ein Schiff und holt Gas, das für 45 Haushalte für ein Jahr reichen würde und das Gas wird fast zur Gänze exportiert. Auf der Insel arbeiten 400 bis 500 Personen und sie kommen per Unterwassertunnel auf die Insel.

Danach legten wir in Hammerfest an. Bereits 1789 erhielt Hammerfest Stadtrechte und wird heute noch als nördlichste Stadt der Welt bezeichnet. Die Stadt wurde gegen Kriegsende von deutschen Truppen zwangsevakuiert und anschließend zerstört. Nach dem Wiederaufbau gab es Phasen des Niedergangs, doch seit etwa 20 Jahren haben neue Erdgas- und Erdölfelder vor der Küste zu neuem Aufschwung geführt.

Wir hatten nur 15 Minuten Aufenthalt und deshalb sahen wir uns den Struve Bogen (UNESCO Weltkulturerbe) leider nur vom Schiff aus an.

Der Struve-Bogen ist eine Kette von Triangulationslinien, die sich von Hammerfest in Norwegen bis zum Schwarzen Meer erstreckt, durch 10 Länder und über 2.820 km. Dies sind die Punkte einer Vermessung, die zwischen 1816 und 1855 vom Astronomen Friedrich Georg Wilhelm Struve durchgeführt wurde und die erste genaue Vermessung eines langen Meridianabschnitts darstellte. Dies half, die genaue Größe und Form des Planeten zu bestimmen, und markierte einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der Geowissenschaften und der topografischen Kartierung.

Nach dem Mittagessen gab es ein Kartenspiel und ein kurzes Nickerchen.

Um 16:00 Uhr kamen wir in Øksfjord an. Heringsschwärme sorgten im 19. Jahrhundert für den Aufstieg des Ortes. Durch den Fehler eines Anwaltes wurde 1860 statt lediglich lokaler Jagdrechte gleich die ganze Halbinsel an einen Engländer verkauft und war damit für 30 Jahre formell britisches Eigentum.

Danach ging es nach Skjervøy. Der Ort ist von Fischerei und Seefahrt geprägt. Die geschützte Bucht war vermutlich schon in der Steinzeit besiedelt, später war hier eine wichtige Handelsstation.

Wir waren heute Nachmittag sehr faul und haben ein Nickerchen gemacht und ein wenig Karten gespielt.

Nach dem Abendessen gingen wir ins Bett, in Tromsø werden wir in der Nacht einlaufen.