Heute mussten wir uns vom Süden verabschieden und es ging wieder Richtung Norden, genauer gesagt an den Fluss Drin nahe dem Shkodra See.


Es ging vorbei an Durres zur Lagune Patok. Dort machten wir einen kurzen Erfrischungsstopp. Die Lagune ist ein flaches Küstenfeuchtgebiet mit Brackwasser und dient als Lebensraum für zahlreiche Vogel- und Fischarten. Die Lagune wird traditionell für Fischerei genutzt, in der Umgebung gibt es einfache Restaurants auf Stelzen. Das Gebiet steht aber durch Verschmutzung, Bebauung und Veränderungen im Wasserhaushalt unter Druck.






Wir wollen ein paar negative Dinge an Albanien auch nicht auslassen und da gehört auf jeden Fall das Müllthema angesprochen. Albanien hat große Herausforderungen im Umgang mit Abfall. Viele Städte verfügen über keine flächendeckende Mülltrennung, illegale Müllkippen sind weit verbreitet, leider auch in Flüssen, an Straßenrändern und an der Küste. Zwar wurden in den letzten Jahren einige Maßnahmen gestartet, doch Infrastruktur, Kontrolle und vor allem die öffentliche Sensibilisierung bleiben unzureichend.


Das andere Thema ist definitiv die Bebauung des Landes. In vielen Teilen ist ein starker Bauboom sichtbar, vor allem entlang der Küste. Neue Wohnblöcke, Hotels und Ferienanlagen schießen aus dem Boden, oft ohne klare Planung oder Rücksicht auf die Umwelt. Der Begriff „wildes Bauen“ beschreibt dabei nicht nur illegale Bauprojekte, sondern auch eine oft fehlende Kontrolle durch Behörden. Gleichzeitig fallen vielerorts halbfertige Häuser auf, meist Rohbauten mit unvollendeten Fassaden oder ohne sichtbare Nutzung. Viele davon stammen aus früheren Jahrzehnten, wurden aus Eigeninitiative gebaut, aber aus finanziellen Gründen nie fertiggestellt.















Auch diese Themen gehören zu Albanien dazu. Nichtsdestotrotz ist es ein wunderschönes Land, mit sehr netten und zurückhaltenden Menschen.
Sie lieben ihre Mercedes und anderen deutschen Autos. Wir haben in keinem Land der Welt bisher so viele Mercedes und so viele „Lavazh“ gesehen. In Albanien ist ein „Lavazh“ nicht einfach nur eine Autowaschanlage, es ist fast schon eine Kultur für sich. An jeder Ecke sieht man improvisierte Waschstationen: Ein paar Planen als Dach, ein Schlauch, ein Kärcher und los geht’s.


In der Nähe von Shkodra angekommen, bezogen wir eines der vier netten Häuschen (Villa Teverde) am Fluss. Das Abendessen im dazugehörigen Restaurant war super und danach haben wir noch die tolle Abendstimmung in unserem Garten genossen.















Und für Claudia gab es auch noch die Übertragung vom French Open Turnier.
