Polarkreis  – Ørnes  – Bodø  – Saltstraumen  – Lofoten
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Polarkreis – Ørnes – Bodø – Saltstraumen – Lofoten

📅 22. November 2024

Heute um 07:56:49 Uhr überquerten wir zum ersten Mal in unserem Leben den Polarkreis. Der Polarkreis ist der Breitengrad, ab dem im Sommer die Sonne gerade nicht mehr unter- und im Winter gerade nicht mehr aufgeht. Die Neigung der Erdachse zur Sonne bewirkt Jahreszeiten und somit auch Polarnacht und Mitternachtssonne. In den Sommermonaten hat man nördlich des Polarkreises die Chance, die Mitternachtssonne zu erleben, im Winter das Polarnacht-Dämmerlicht ohne Sonnenlicht. Ein stählerner Globus auf einer Felsklippe neben der Fahrrinne markiert die ungefähre Lage des Polarkreises.

Danach änderte sich die Landschaft und die Berge wurden immer höher. Beim Frühstück trafen wir dann auch auf das Schwesternschiff Capella.

Der Svartisen-Gletscher ist der zweitgrößte Gletscher des Landes, er zählt 60 Nebenarme. Früher verursachte Schmelzwasser und steigende Wasserspiegel in Gletscherseen oft zu zerstörerischen Überschwemmungen. Dieses Problem wurde in den 50er Jahren durch einen Tunnel gelöst, durch den Wasser abfließen kann.

Unser nächster kurzer Stopp war Ørnes um 10:00 Uhr. Die Aussicht ist atemberaubend.

Um 10:30 Uhr gab es die Polarkreis-Taufe mit „König Njørd“. Er soll uns auf unserer Reise beschützen. Unser Kapitän und Njørd haben die Taufe mit einer Menge Eiswürfel in den Nacken durchgeführt.

Die Fahrt ging weiter nach Bodø (Kulturhauptstadt Europas 2024) und wir sind wirklich ganz begeistert von der Aussicht.

Um 13:05 Uhr kamen wir in Bodø an und wir starteten unseren Ausflug mit dem Bus zum Saltstraumen. Der Saltstraumen ist der stärkste Gezeitenstrom der Welt. Sein Name leitet sich ab von Salten, der Region, in der er sich befindet. Straumen ist die bestimmte Form von Norwegisch „Strom, Strömung“. Durch einen 2,5 Kilometer langen und etwa 150 Meter breiten Sund strömen im Wechsel der Gezeiten fast 400 Millionen Kubikmeter Wasser zwischen dem Saltfjord am Meer und dem Skjerstadfjord im Inland hin und her. Der Strom erreicht dabei Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h, an seinem Rand entstehen gewaltige Strudel. Sie können einen Durchmesser bis zu zehn Metern erreichen und mehr als vier Meter in die Tiefe reichen.

Durch den Vestfjord ging es zu den Lofoten. Der Vestfjord ist von großer Bedeutung für die norwegische Bevölkerung. Hier laicht der Kabeljau, und die Skreifischerei im Februar und März ist so etwas wie ein nationales Events. Früher kamen tausende von Saisonarbeitern während der Fischereisaison auf die Lofoten. Und auch Walfang war wichtig – die Kabeljauschwärme lockten auch Wale an, auch heute noch. Der Fjord liegt wie ein Keil zwischen Lofoten und dem Festland und ist Dank des Golfstroms vergleichsweise mild. Zwischen den Lofoteninseln Moskenes und Værøy liegt der Gezeitenstrom Moskenesstraumen, der z.B. im Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“ von Edgar Allan Poe eine Rolle spielt.

Auf dem Weg zu den Lofoten kam dann um 16:31 Uhr die Durchsage „Anziehen und raus – Nordlicht Alarm“. Wir sind noch immer fasziniert von diesem einzigartigen Naturschauspiel.

Nach dem ausgezeichneten Abendessen war unser Tag aber noch nicht zu Ende. Wir legten um 21:20 Uhr in Svolvær (Lofoten) an und hatten dort Zeit für einen winterlichen Spaziergang.

Nach dem Ablegen in Svolvær um 22:15 Uhr trafen wir uns mit dem Expeditions-Team an Deck. Es ging nämlich durch die enge Wasserstraße Raftsund. Sie stellt einen geschützten Seeweg zwischen den Inselgruppen der Lofoten und Vesterålen dar. Und es gab einen Trollbrygge. Angeblich sieht man Trolle und Nordlichter wenn man zu viel davon trinkt. Raftsund werden wir aber verschlafen und uns beim Zurückfahren ansehen.

Gute Nacht!