Die Anleger Øksfjord und Hammerfest haben wir verschlafen, obwohl wir heute bis zu 6m hohe Wellen in der Nacht hatten. Ein bisschen kamen wir uns vor wie in einem Fahrgeschäft am Prater – rauf, runter, links, rechts… Aber wir haben gut geschlafen.
Beim Frühstück legten wir in Havøysund an. Man kann sich nicht vorstellen hier, in der Region Finnmark, zu leben. Das Wetter hätte heute ein bisschen besser sein können, aber wir haben uns einfach dick angezogen. Starker Wind und ein bisschen Regen standen uns bevor.




Danach ging die Fahrt weiter durch den Magerøysund. Die Meerenge trennt die Nordkap-Insel Magerøya vom Festland. An der schmalsten Stelle ist der Sund weniger als 2 km breit. Rentiere auf dem Weg zur Sommerweide werden mit LKWs auf die Insel gebracht. Im Herbst durchschwimmen sie den Sund an der schmalsten Stelle um wieder zurück zu kommen.

Durch den Bau der Straßenverbindung zur Nordkapinsel in den Jahren 1995-1999 wurde auch die früher nur schwer zugängliche Siedlung Sarnes an das Straßennetz angebunden. Die Straßenverbindung umfasst auch den Nordkaptunnel, der fast 7 km lang ist und bis 212m unter das Wasserniveau hinabführt.
Wir kamen um 11:15 Uhr mit etwas Verspätung in Honningsvåg an. Der Hauptort auf der Insel Magerøya ist vor allem durch den Nordkap-Tourismus geprägt. Von hier führt die Straße quer über die Insel hinauf zum Nordkap-Plateau. Schön ist vor allem der bunte Fischereihafen mit einigen alten Speichergebäuden.
Das Nordkap ist seit 1999 der nördlichste vom Festland aus auf dem Straßenweg erreichbare Punkt Europas. Es liegt in der nach ihm benannten Kommune Nordkapp auf 71° 10′ 21″ nördlicher Breite, 514km nördlich des Polarkreises und rund 2100km südlich des Nordpols.
In Honningsvåg verließen wir das Schiff und stiegen in einen der Busse um. Die Fahrt zum Nordkap führt über die ganze Insel und dauert ca. 40 Minuten. Die Insel sieht ein wenig wie eine weiße Mondlandschaft aus.


















Leider sind wir nur ca. 25 Minuten gefahren, dann mussten wir umkehren. Der letzte unserer vier Busse ist von der sehr rutschigen und eisigen Straße abgekommen. Es ist Gott sei Dank niemandem etwas passiert. Alle Passagiere (alles Japaner) die in diesem Bus waren, sind in unseren Bus eingestiegen und wir sind zurück zum Schiff gefahren. Es war einfach zu gefährlich.

Wir sind froh, dass der Bus nicht umgekippt ist und dass niemandem etwas passiert ist. Wir verstehen, dass dieser Ausflug abgebrochen wurde. Es ist für uns das Zeichen, dass wir nochmal in den hohen Norden kommen sollen / müssen.
Somit ist derzeit dieser Punkt der nördlichste an dem wir je waren.

Zurück in Honningsvåg machten wir einen kleinen Spaziergang, gönnten uns dann einen Burger im Havila Café und nach einer Runde Jolly gab es ein kurzes Nachmittagsnickerchen.











Um 14.30 Uhr legten wir bei kräftigem Wind und hohen Wellen ab. Unsere nächsten Stopps waren Kjøllefjord um 16:50 Uhr und Mehamn (nördlichster Hafen) um 19:05 Uhr.



Die Barentssee hat uns ganz schön durchgeschaukelt und deshalb ist Claudia alleine zum Abendessen gegangen. Philipp brauchte noch etwas Ruhe und waagrechte Lage.




Philipp hat heute dann doch noch das Roomservice von Claudia genutzt. Also es geht bergauf und die Seekrankheit ist überwunden.

Gerade als wir uns bettfertig machten und den Blog online stellen wollten, kam die Durchsage: „Nordlichter voraus!“ Also haben wir uns flott angezogen und es ging raus auf Deck 9. Auch am dritten Tag in Folge sind wir einfach nur fasziniert von dieser Einzigartigkeit!




Leider musste beim Anlegen in Berlevåg (22:10 Uhr) das Licht am Schiff eingeschaltet werden und somit konnte man nicht mehr viel sehen.

